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Ein Beispiel aus den Niederlanden: Kein Tourismus ist auch keine Lösung – Amsterdam auf dem Weg zum nachhaltigen Urlaubsziel

#Weltweit. Es neuer Ansatz aus den Niederlanden, der auch anderen Orts Schule machen könnte. Jahrelang wurde Amsterdam als attraktives Urlaubsziel beworben, nun ist Schluss damit: In der niederländischen Hauptstadt findet ein Umdenken in Sachen Tourismus statt. Aufgrund der massiv gestiegenen Besucherzahlen fuhr die Stadt zuletzt einen harten Kurs: Touristenläden im Zentrum wurden geschlossen, Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht mehr die Innenstadt ansteuern und die beliebten Bier-Fahrräder mussten von den Straßen verschwinden. Die Einwohner beschwerten sich über ständigen Lärm und gewaltige Besucherströme, die den sozialen Frieden in der Stadt bedrohen.

Die niederländische Hauptstadt hat sich deswegen bis 2020 ein gewagtes Ziel gesteckt: weltweit ein Paradebeispiel für die Schlagworte Nachhaltigkeit und Smart City zu werden. Gemäß dem Motto „Kein Tourismus ist auch keine Lösung“ sollen dabei aber nicht einfach die Besucherzahlen heruntergefahren werden, sondern der Ansatz der Branche soll sich verändern. Statt einseitiger, umweltbelastender Souvenirläden und Tourismusdienstleistungen will man künftig den Fokus auf grüne Organisationen und Initiativen legen.


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Übernachten mal anders

Der Bau neuer Hotels wurde fürs Erste von der Stadtverwaltung verboten. Stattdessen entstehen mehr und mehr Öko-Hotels, die umweltbewussten Besuchern eine nachhaltige Unterkunft bieten. Aber auch beim Klassiker Ferienwohnungen gibt es Angebote der besonderen Art: Eine authentische Möglichkeit, in Amsterdam zu übernachten, sind zum Beispiel Hausboote. Der Anbieter Holidu hat diese immer wieder neben gängigen Ferienwohnungen im Programm.

Grachtenfahrt als Plastikfischer

Wer nicht selbst ein Tretboot steuern wollte, hatte bisher kaum Alternativen zu einer Grachtenfahrt auf den Kanälen Amsterdams. Aber nun hat die Initiative Plastic Whale eine neue Idee umgesetzt: Auf den Booten der Öko-Organisation werden Besucher während der Kanalfahrten mit Keschern ausgestattet, um herumschwimmende Plastikflaschen aus dem Wasser zu fischen. Die PET-Flaschen werden hinterher recycelt und nicht nur in nachhaltige, moderne Möbelstücke wie Tische und Stühle umgewandelt, sondern auch in neue Boote für die Plastikfischer-Touren.

Auf den Teller statt in die Mülltonne

Eine andere Initiative hat sich der Lebensmittelvergeudung verschrieben. InStock ist ein Amsterdamer Restaurant, das übriggebliebene Esswaren von Supermärkten wie der niederländischen Kette Albert Heijn übernimmt – und die Lebensmittel davor bewahrt, in der Mülltonne zu enden. Stattdessen bereitet InStock für seine Gäste sieben Tage die Woche vom Frühstück bis zum Abendessen die vielfältigsten Gerichte zu, und auch to-go-Optionen wie Sandwiches und Säfte fehlen nicht auf der Karte. Red.

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