Die Grabungsleitung hatte Carmen Löw. Die Grabungskampagne begann im August.
Bei den diesjährigen Ausgrabungen wurde ein Modellversuch gestartet: Im Rahmen des Bundesprogramms "Jump Plus"
waren erstmals junge Sozialhilfeempfänger im Einsatz. Das Diakonische Werk war Träger dieser Maßnahme.
Mit dabei war auch die Archäologin Hedwig Vogler, die vor allem für die Betreuung der Jugendlichen Helfer
zuständig war.
Zeitungsartikel:Sinnvolle Beschäftigung für jugendliche Sozialhilfeempfänger
Im Laufe der Grabung wurde eine weitere Frauenbestattung mit intakter Grabbeigabe (eine Tonvase) gefunden.
Im Umfeld der Frauen wurde das Grab eines Kindes entdeckt, das vermutlich als Frühgeburt das Licht der Welt erblickte
und nicht überlebte. Die Bestattung eiens solchen Kindes in der Nähe der Kirche war eine echte Überraschung für die
Archöologin. Nach landläufiger Meinung wurden Frühgeburten im Mittelalter nicht in geweihter Erde beigesetzt.
Zeitungsartikel:Immer tiefer ins Mittelalter
Des weitern fand man wieder ein Kinderskelett mit einer "Totenkrone"

Meistens wurden jungfräuliche Mädchen mit diesen Totenkronen bestattet. Dieses scheint zwischen 7 und 10 Jahre alt gewesen zu sein. Warscheinlich lebte sie im 17. bis 18. Jahrhundert. Der Kopfschmuck scheint aus einem Lederband bestanden zu haben, das mit "Blümchen" aus Bronzeflitter verziert war. In der Detailaufnahme sieht man am Hinterkopf noch eine Lederanhaftung:

In einem anderen Bereich der Grabung fand man ein Skelett, dem warscheinlich ein Rosenkranz o.Ä. mitgegeben worden war. Es fanden sich "Perlen- oder Murmelartige Gegenstände" im Beckenbereich:

Insgesamt verdichteten sich die Hinweise, dass sich an dieser Stelle schon ein Bestattungsplatz der Merowinger (5. bis 8. Jahrhundert) befand.
Zeitungsartikel:Haben im Alten Brühl bereits die Merowinger ihre Toten bestattet?
Am 26. September veranstaltete der Verein Bürgerinitiative Alter Brühl e.V. ein Mittelalterliches Grabungsfest.
auf dem Martinsplatz. Es wurden unter anderem auch Führungen zu der Grabung angeboten.
Zeitungsartikel:Eine spannende Spurensuche
Im Oktober 2004 ließ der Verein Alter Brühl e.V. von der Firma Hübner eine geophysikalische Untersuchung des Geländes vornehmen.
Dies war nur möglich weil die Völklinger Firma "Kanalbau Zait" schnell, unbürokratisch und vor allem kostenlos den Aushub (100 Kubikmeter) der bisherigen Grabung einebnete.
Zeitungsartikel:Radlader räumt gratis Schutt ab
Dafür dankt der Verein hiermit noch einmal herzlich.
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