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Martinskirche • Grabungen • 2001


Die Bürger riefen zu einem Bürgerforum auf.
Zeitungsartikel:Eine archäologische Bibliothek
Dieses fand im Gemeindehaus der ev. Versöhnungskirche (Folgekirche der Martinskirche) statt.
Zeitungsartikel:Landeskonservator: "Alle haben geschlafen"
Da "ein kleines Wunder" notwendig wäre um das Gelände vor der Überbauung zu schützen schlug Pfarrer Hämer vor eine Bürgerinitiative für die Erhaltung der Fundstätte ins Leben zu rufen.

Das erste Treffen fand am Donnerstag, dem 2. Februar 2001 statt.
Zeitungsartikel:Flugblätter gegen Lidl-Markt

Die Bürgerinitiative stellte sich mit Infoständen auf den Völklinger Wochenmarkt. Dort wurden Flugblätter verteilt und Unterschriften gegen die Überbauung gesammelt.

Ein Sarkophag wurde bei den Ausgrabungen gefunden.



Sarkophage gleichen Typs waren im 10./11. Jahrh. in Verwendung.
Mindestens 500 Völklinger hatten bis zum 8.2.2001 auf den Listen unterschrieben.
Zeitungsartikel:Funde am "Alten Brühl": Ohne Geschichte keine Zukunft

Die Zeit wurde knapp. Am 1. März sollten die Bauarbeiten für den neuen Verbrauchermarkt beginnen. Die Proteste mehrten sich. In parteiübergreifender Einigkeit haben die beiden Fraktionen im Stadtrat Völklingen in einem gemeinsamen Brief an die Leitung der Supermarktkette dringlich gebeten auf den geplanten Bau an dieser geschichtsträchtigen Stelle zu verzichten.

Die Zeitungsartikel in dieser Zeit häuften sich:

Zeitungsartikel:Neue Entdeckungen am "Alten Brühl"

Zeitungsartikel:Kompromiss für die Geschichte

Zeitungsartikel:Die Kunden sind Völklinger Bürger

Zeitungsartikel:Auf "Fulcolingas" Spuren

Zeitungsartikel:Das Kirchlein an der Saar
Die Bürgerinitiative bot zusammen mit den Archäologen Führungen auf der Grabungsstellen an. Zur ersten Führung kamen etwa 100 Menschen. Die Führung wurde fast zur Demonstration. Die Verbrauchermarktleitung gab keine Auskunft zum Stand der Dinge. Die Zeit drängte.

Die Zeitungen berichteten weiter:
Zeitungsartikel:Heute Führung am Alten Brühl

Zeitungsartikel:Führung geriet fast zur Demonstration
Die Bürgerinitiative fühlte sich in ihren Bemühungen unterstützt und bot weitere Führungen an:
Zeitungsartikel:Alter Brühl, Heute wieder Führung
Bei der nächsten Führung hatte Landeskonservator Johann Peter Lüth gute Neuigkeiten für die vielen Besucher: Der Bauherr erklärte sich bereit auf den Discount an dieser Stelle unter bestimmten Umständen zu verzichten. Des weiteren erklärte sich das Landeskonservatoramt bereit für die Erhaltung und Präsentation der Funde zu sorgen, und Umwelt-Staatssekretär Grün sagte das Land sei durchaus bereit, Grabung und Präsentation der "Alten Kirche" zu finanzieren wenn die Stadt das Gelände zurückkauft. Das momentan Wichtigste: Die Frist für die Ausgrabungen am "Alten Brühl" wurden bis zum 21. März 2001 verlängert. Näheres im Artikel:

Zeitungsartikel:Eine Chance für die Königs-Kirche

Zeitungsartikel:Zeit zum Reden, Zeit zum Rechnen

Die Firma "Lidl" wollte für den Rückkauf des Geländes knapp 1,7 Millionen DM. Gut eine Million hatte die Stadt ursprünglich für das Gelände erhalten. Die Differenz ergab sich aus Honoraren für Architekten, Statiker usw. die man natürlich ersetzt haben wollte. Oberbürgermeister Hans Netzer war lediglich bereit die eine Million aus der Stadtkasse aufzubringen, die sie einmal für das Grundstück bekommen hatte. Staatssekretär Rainer Grün machte klar dass für den Rückkauf keine Unterstützung vom Land zu erwarten sei. Neue Diskussionen entbrennen.
Zeitungsartikel:Poker um Geld, Spiel um Zeit

Neue Funde wurden von der Saarbrücker Archäologie-Professorin Frauke Stein auf das zweite Drittel das 9. Jahrhunderts datiert. Damit kam sie zu dem Schluss: "eine Erhaltung des Bodendenkmals in möglichst großem Umfang ist deswegen für die Geschichte des Saarlandes von besonderer Bedeutung.



Die Bürgerinitiative Alter Brühl überreichte Oberbürgermeister Hans Netzer" 2500 Unterschriften, als Schriftrolle zusammengefügt:
Zeitungsartikel:Hans Netzer nickt zur tollen Rolle



"Poker um Geld, Spiel um Zeit"

Die Bürgerinitiative entschloss sich vor der "allesentscheidenden Sitzung" des Stadtrates am 14.03.01 eine Mahnwache vor dem Rathaus abzuhalten. Von dieser Aktion gab es sogar Berichte im Fernsehen.

Die Archäologin, Frau Donié macht inzwischen auch Führungen für Schulklassen die sich für die Ausgrabungen interessieren:




Zeitungsartikel:"Skelette und Schädel interessieren uns am meisten"

Am Freitag, dem 16. März um 15 Uhr gab es wieder eine Führung. Im Anschluss daran fand ein ökumenischer Gottesdienst mit Pfarrer Dr. Andreas Hämer und Dechant Bernd Bohr unter dem Motto "Nicht an der Oberfläche bleiben" statt.
Zeitungsartikel:Ein Gottesdienst am Alten Brühl

Am 16. März 2001 stand die erlösende Nachricht in der Saarbrücker Zeitung:
Zeitungsartikel:Engagement lohnt! Bürger-Sieg

Zeitungsartikel:Votum für die Geschichte

Zeitungsartikel:Grundmauern der Kirche nun doch gerettet

Zeitungsartikel:Erster Schritt zum Denkmal
Die Stadt kauft den Standort der mittelalterlichen Martinskirche "Alter Brühl" zurück.


Zeitungsartikel:Die Spaten haben jetzt Pause

Die "Notgrabung" wurde abgebrochen und die Ergebnisse ausgewertet.

Am Dienstag, dem 29. Mai 2001 fand das 2. Bürgerforum "Alter Brühl" statt.
Zeitungsartikel:Bürgerforum
Dieses Bürgerforum wurde gleichzeitig die Gründungsversammlung des Vereins "Bürgerinitiative Alter Brühl e.V.".
Zeitungsartikel:Kräfte die wir aus der Geschichte nehmen können

Die Grabung wurde inzwischen wieder aufgenommen. Frau Donié und Herr Selmer gruben nun in der Nähe des Turmes weiter.
Zeitungsartikel:Karolingern auf der Spur
Da dort der Boden noch unberührt war und Schicht für Schicht untersucht werden konnte. Es gab neue Ergebnisse: "Die direkt an den Turm anschließenden Mauern, Ende März noch rätselhaft: Inzwischen ist der Raum freigelegt, zu dem sie gehören. Ein Wohnraum muss es gewesen sein: Eine Herdstelle fahd sich, sogar Reste dessen, was vor jahrhunderten gekocht wurde, "zum ersten Mal sind wir hier auf Tierknochen gestoßen", erzählt Donnié. Und wer auch immer - ungewöhnlich genug - so nah an der Kirche gelebt haben mag, war eines Tages wohl beim Kochen etwas unvorsichtig; Ein Feuer dürfte den Raum zerstört haben, die Ausgräber stießen über dem Kochplatz auf verstürzte, rußgeschwärtzte Dachsparren. Keine Ziegel - oder Schieferspuren, also deckten vermutlich Holzschindeln das Dach.
Gleich neben dieser Grube fand man ein "Knochenfeld". Dort ragen Knochen dicht an dicht aus dem Erdreich.





Warscheinlich wurden diese Knochen umgebettet um auf dem Friedhof neuen Platz zu machen. Normalerweise werden solche Funde, die nicht einem einzigen Menschen zuzuordnen sind, auf dem jetzigen Friedhof wiederbestattet. Da sich zur damaligen Zeit eine Medizinstudentin der Uni Saarbrücken für die Untersuchung dieser Knochen interessierte (sie wollte ihre Doktorarbeit darüber schreiben, schrecke aber vor der Menge der Fundstücke dann doch zurück) wurden sie im Keller der Versöhnungskirche "zwischengelagert". Dort befinden sie sich zum jetzigen Zeitpunkt (2004) noch.

Am 27.07.2001 berichtete die "SZ" dass die Grabungen für dieses Jahr beendet sind.


Zeitungsartikel:Pause im Alten Brühl
Da die Grundmauern (durch den Baggereinsatz der Notgrabung) zu großen Teilen freigelegt war konnte man mit Hilfe der Leiter der freiwilligen Feuerwehr Völklingen dieses Foto anfertigen:



Am 16. September 2001 veranstaltete der Verein "Bürgerinitiative Alter Brühl e.V." einen Festtag im Alten Brühl



Bei diesem Fest wirkte auch der Verein "die Tafelrunde" mit.
Unter anderem wurden die neu erstellten "Berichte der Grabungskampagne 2001" vom Verein Alter Brühl verkauft. .

Zeitungsartikel:Feier im "Alten Brühl"
Zeitungsartikel:Winterschlaf fürs Mittelalter

Der Verein "Bürgerinitiative Alter Brühl" war inzwischen von 12 Gründungsmitgliedern auf ca. 30 Mitglieder angewachsen.

Am 20. Oktober war in der Saarbrücker Zeitung ein Vorschlag zur späteren Gestaltung des Geländes:
Zeitungsartikel:Schlichte, lichte Lösung



Leider wurde die gesamte Ausgrabung im Herbst 2001 vom Konservatoramt wieder zugeschüttet, da "die Erde der beste Konservator ist" um sie vor Winterschäden zu schützen. So versank sie über Winter im Winterschlaf und stahl sich auch langsam aber sicher aus den Gedanken vieler Völklinger Bürger.



Lesen Sie noch diese Artikel von 2001:
Alter Brühl" nach '45: Wer erinnert sich?
Ein Haus mit Geschichte
Was ist ein Schutzbau?


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Im Vordergrund der Sarkophag mit Kopfaussparung

Draufsicht auf beide gefundenen Sarkophage. Das aufgefundene Skelett war leider eine Zweit- oder Drittbelegung

Blick auf den -neuen- Chor

Unter dem Zeltdach befand sich ein Fußbodenrest vom Langhaus

Unter dem Zeltdach befand sich ein Fußbodenrest vom Langhaus

Der Rest des alten Fußbodens im Langhaus



sogar im Aushub des Baggers fanden sich beim näheren Hinsehen überall Knaochenteile

der alte Eingangsbereich

Draufsicht auf den Eingangsbereich

Rechts befand sich der Turm

Blick an den Grundmauern des Turmes entlang Richtung Bahngleise

Hier kann man gut erkennen wie dick die Grundmauern des Turmes waren

Blick über das Langhaus zum Chor

Blick vom Turm aus gesehen über die gesamte Kirche

Im Vordergrund sieht man gut wo eine neue Mauer angesetzt war (Umbau) im Hintergrund der Bauwagen





Blick

Die Mauern waren aus vielen alten Steinen recycled

Die Mauern waren aus vielen alten Steinen recycled hier sind sogar einige mit -römischem Behau- zu sehen.



Frau Donié bei der Arbeit





Das Knochenfeld. Hier lagerten die Knochen dicht an dicht.

Das Knochenfeld. Hier lagerten die Knochen dicht an dicht.





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