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Martinskirche • Grabungen • 2000


September:
Zwei über hundert Jahre alte Platanen, die auf der Stelle des ehemaligen Kirchplatzes standen, werden im Rahmen einer Baumaßnahme gefällt. Herr Boldorf dieser Zeilen macht das Staatliche Konservatoramt auf die Baumfällung aufmerksam. In einem ersten Gespräch mit dem Konservatoramt wird deutlich, dass auf die ehrwürdige Völklinger Kultstätte ein Supermarkt gebaut werden soll.

29.09.2000
Bei einer zweistündigen Begehung des alten Kirchplatzes mit einem Metalldetektor wurde von einem Mitarbeiter des Konservatoramtes eine Kupfermünze mit der Jahreszahl 1493 gefunden. Bei dieser Begehung war Herr Boldorf selbst anwesend. Später stellte sich heraus, daß es sich bei der Münze um eine sehr viel jüngere Nachprägung handelt. Das erklärt dann auch den ausgezeichneten "Erhaltungszustand" dieser Münze.

Oktober 2000
Auf Initiative Herrn Boldorfs hin, dreht der Saarländische Rundfunk einen Kurzfilm mit dem Titel "Supermarkt statt Grabungsstelle?" Der Film wird am 28.10.2000 im "Kulturspiegel" ausgestrahlt. Der Landeskonservator Johann Peter Lüth stoppt die für den 1. November angesetzten Bauarbeiten. Eine archäologische Untersuchung des Geländes soll den Bauarbeiten vorangehen.

November 2000
Das Staatliche Konservatoramt Saarbrücken führte Sondierungsgrabungen an der Stelle durch, wo einst die alte Kirche stand.
Unter der Leitung von Dr. W. Reinhard wurde in nur drei Tagen fast der gesamte Turmbereich untersucht. Dabei trat erstaunliches zu Tage.

Am 21. November 2000 erschien in der Saarbrücker Zeitung ein Artikel von Jürgen Boldorf:
Wo zwei Pfarrer sich Haus und Stall teilten
über die "Martinskirche". Durch diesen Zeitungsartikel wurde die breite Öffentlichkeit erstmals aufmerksam auf die "Notgrabung" des Landeskonservatoramtes im "Alten Brühl" in Völklingen.

Es folgten weitere Veröffentlichungen in der Presse über die Notgrabung und vor allem über die Bedeutung des Geländes der einstigen Martinskirche.
Steinerne Zeugen der mittelalterlichen Vergangenheit
Fluchtweg unter dicken Mauern?
Langsam wurden immer mehr Bürger auf die Notgrabungen und die Folgen eines Neubaus auf diesem Gelände aufmerksam. Vielen wurde jetzt erst bewußt, dass sich auf diesem Gelände einst ein Friedhof befand.


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Baggerarbeiten im Zuge der Notgrabungen

Vor dem Bagger ist ein Rest der alten Bäume zu sehen

Die Grundmauern des Turmes

Wie sich später herausstellte kein Fluchtweg, sondern ein normales Loch das warscheinlich im Zuge späterer Bauarbeiten entstanden ist (Abwasserkanal o.Ä.)

Alle Knochen die sich einem Skelett zuordnen lassen werden sorgfältig freigelegt und -in situ- also wie vorgefunden Fotografiert. Dann wird die Lage dokumentiert. Danach werden sie im Archiv des Konservatoramtes gelagert.

das Skelett von oben noch einmal vergrößert

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