Völklinger Hütte • Chronik • 1941 - 1970
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1941:
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Hermann Röchling wurde in den Verwaltungsrat der Reichsbank berufen.
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1942:
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Die Baugenossenschaft 04 Völklingen hatte 565 Häuser mit 844 Wohnungen fertiggestellt.
Kommerzienrat Hermann Röchling wurde an seinem 70. Geburtstag zum Ehrenmitglied des VdEH und zum Ehrenbürger der Stadt
Völklingen ernannt.
Hermann Röchling gehörte zum Führungsstab der deutschen Kriegswirtschaft. Er ist u.a.
Mitglied des Rüstungsrates
Vorsitzender der Reichsvereinigung Eisen und Stahl
Leiter der Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie
Reichsbeauftragter für Eisen und Stahl in den besetzten Gebieten.
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1943:
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Als einziges saarländisches Werk unterhielten die Röchlingschen Eisen und Stahlwerke ab April 1943 ein Straflager in Etzenhofen, einem Ortsteil
Köllerbachs. Obersturmbannführer Rassner stand an der Spitze einer Truppe von etwa 150 Aufsehern. Ein Schnellgericht entschied seit dem 12. April 1943
wer bis zu 60 Tage in der Arbeits-Erziehungs-Lager (AEL) Etzenhofen kam. Von April 1943 bis 31. Dezember 1944 waren dort 1604 Menschen interniert.
Ausländische Arbeiter, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene waren in dieser Zeit in zahlreichen Lagern in und außerhalb der Hütte untergebracht.
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1944:
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Die Belegschaft zählte insgesamt 14912 Arbeiter, darunter 4062 Frauen.
Juli 1944: Verhaftung Ernst Röchlings nach gescheitertem Hitlerattentat wegen Verschwörung gegen den Staat. Inhaftierung im Zuchthaus Brandenburg
(Befreiung im Januar 1945 durch amerikanische Truppen).
Anfang November wurde die Bevölkerung zum 2. mal evakuiert und daraufhin die Produktion eingestellt. Eine Notbelegschaft von 100 Leuten blieb im
Völklinger Werk zurück.
Am 17. Dezember wird Karl Theodor Röchling, der einzige Sohn des Kommerzienrates, zusammen mit Oberingenieur Koch auf dem Hüttengelände ermordet.
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1945:
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Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke unter Séguesterverwaltung gestellt. Mitglieder der Geschäftsleitung
wurden entlassen und ausgewiesen.
Am 4. Dezember 1945 konnte Hochofen 6 der Völklinger Hütte als erster von 30 saarländischen Hochöfen wieder arbeiten.
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1946-1949:
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Ein französisches Militärgericht in Rastatt verurteilte Hermann Röchling, Ernst Röchling, Hans Lothar von Gemmingen
und Wilhelm Rodenhauser
zu Gefängnisstrafen. Zudem Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Beschlagnahmung des gesamten Privatvermögens.
Maier wurde freigesprochen, Rodenhauser erhielt ebenfalls eine Gefängnisstrafe.
Damit fielen 10% der Anteile der Völklinger Hütte an Frankreich.
Ende September 1949 waren alle sechs Hochöfen wieder unter Feuer.
Viele Arbeiter litten allerdings in den ersten Nachkriegsjahren an Unterernährung. Normalarbeiter erhielten 1300 Schwerarbeiter
1700 Kalorien täglich. Trotz dieser geringen Mengen arbeiteten sie hart, so dass bereits jetzt die höchste Vorkriegsproduktion an
Roheisen von 1938 noch übertroffen wurde.
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1950:
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Familie Röchling war um Klärung der Situation bemüht. Aufnahme von Verhandlungen mit Kaufinteressenten. Erfolg
scheitert am Majoritätsanspruch Frankreichs.
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Die Hütte als Ölgemälde (gefunden auf einem alten Kalenderblatt)
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1952:
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Produktionskapazität der Vorkriegszeit (1938) war wieder erreicht.
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1953:
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Vorbereitung zum Bau des neuen Walzwerkes der Völklinger Hütte im "Nauweiler Gewann". Begradigung des Saarbogens,
Verlegung der Eisenbahnstrecke Völklingen-Trier, Errichtung einer Kaimauer und Schiffsverladestelle.
Hermann Röchling wurde der "Siemens-Ring" verliehen.
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Schlackensteinfabrik (Quelle: Saarstahl AG)
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1954:
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Saarstatut: Saarland soll die Keimzelle der Europäischen Gemeinschaft werden.
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Dieses Luftbild datiert aus dem Jahre 1954 (Sommer), und zeigt außer der Hütte die gesamte Völklinger Kernstadt (Bild: VK.B.).
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"Konverter 4" im Stahlwerk, 1954 (Bild: VK.B.)
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Lehrformerei in der "Grauguß-Gießerei", 1954 (Bild: VK.B.).
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1955:
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Röchling-Frage wurde zum Politikum. Die Haltung der französischen Regierung versteift sich.
Adenauer bat Familie Röchling im Hinblick auf den deutsch-französischen Ausgleich um Einlenken.
Unterzeichnung eines Optionsvertrages: Französische Regierung und Bundesregierung besaßen Option für den Erwerb je einer
Hälfte der Völklinger Hütte.
Am 24. August starb Kommerzienrat Hermann Röchling in Mannheim.
Die Röchlingschen Eisen und Stahlwerke haben sich (mittlerweile mit 13000 Beschäftigten) zum größten Hüttenwerk an der Saar
entwickelt.
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Aufruf zur Ablehnung des Saarstatutes. (Quelle: Saarstahl AG)
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1956:
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Aufhebung der Séquesterverwaltung durch Dekret in Paris. Die Röchlings erhielten ihr Werk zurück.
Der Stadtteil Bouser Höhe wurde in "Hermann-Röchling-Höhe" umbenannt.
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1957:
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Inbetriebnahme der Walzenstraßen im Nauweiler Gewann Konti A und B
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1958:
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Inbetriebnahme der Drahtstraße.
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Schichtwechsel zur Mittagschicht - ein vertrautes Bild im Völklingen der fünfziger Jahre (Bilder: VK.B.).

Die Kokerei in den sechziger Jahren. (Quelle: Saarstahl AG)

Edelstahlbearbeitungswerkstatt um 1960. (Quelle: Saarstahl AG)
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1961:
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Die Mittel- und Feinstraße im Nauweiler Gewann wurde in Betrieb genommen.
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1964:
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Dr. Ernst Röchling starb während einer Dienstreise nach Düsseldorf.
Neubau einer Kaltprofilierung in Fenne, der Federnfertigung und einer Edelstahlbearbeitungswerkstatt.
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Brandt besucht die Völklinger Hütte. (Quelle: Saarstahl AG)
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Einblick in die Federfabrik, 1965 erbaut. (Quelle: Saarstahl AG)
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1966:
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Die Belegschaft der Völklinger Hütte erreichte ihren Höchststand von 17373 Mitarbeitern, davon waren 3432 Angestellte.
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1967:
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Der Edelstahlbereich wurde ausgebaut:
Neubau der Schmiede mit einer modernen und leistungsfähigen 4000 Tonnen Presse, einer Edelstahlstrangusanlage und eines
70 Tonnen Elektro-Ofens.
Zwischen 1966 und 1968 war die erste Stahlkrise in Europa. Viele Unternehmen hatten vorbehaltlos auf Expansion gesetzt, es gab
zu viel Stahl auf dem Weltmarkt. Dies führte zeitweilig zu Kurzarbeit.
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(Quelle: Saarstahl AG)
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1969:
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Die Hütte erlebte einen raschen Aufschwung und eine erneute Hochkonjunktur.
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